HILFE OHNE MEDIKAMENTE

Kopfschmerzen oder Allergien lindern, Hilfe bei Schlafstörungen, die Lust auf die Zigarette nehmen, Ängste abbauen: Hypnose, so scheint es, ist eine Art Multitalent. Seit einigen Jahren erfährt die uralte Heilmethode eine Renaissance.

Selbst Chirurgen und Zahnärzte setzen Hypnose ein: Sie behandeln, operieren, bohren und ziehen Zähne ohne ihren Patienten eine Betäubungsspritze zu geben, entweder weil diese keine Narkose vertragen oder weil sich so mancher Angstpatient ohne Hypnose nie einer Behandlung unterziehen würde.

Wege in die Trance

Es gibt verschiedene Methoden einen Patienten in Trance zu versetzen. Das Pendel ist dabei eher ein Relikt aus vergangener Zeit. Heute leiten Therapeuten die Hypnose meistens mit einer Phase der Entspannung ein.

Verbale Anleitungen helfen dem Patienten, immer ruhiger zu werden und schrittweise seine Aufmerksamkeit nach innen zu richten, sich auf sich selbst zu konzentrieren - ganz ähnlich wie bei einer Meditationsübung oder autogenem Training. Der Unterschied ist, dass im Falle der Hypnose der Therapeut unterstützt, um diese tiefe Entspannung zu erreichen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie er eine Trance einleiten kann, „induzieren“ nennt das der Fachmann: Es können dabei alle fünf Sinne angesprochen werden. Schon die Sprache und die Stimme des Therapeuten können hypnotisch wirken. Doch häufig wirkt der Patient aktiv an der Hypnose mit. Er kann sich zum Beispiel mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen vorstellen, seine offenen Handflächen werden wie von Magneten gezogen, aufeinander zubewegt. Auf diese Übung konzentriert, wird die Realität unwichtiger und blasser, bis eine Trance erreicht ist. Man ist entspannt und gleichzeitig hochkonzentriert.

Oft helfen Bilder und Vorstellungen von Begebenheiten und Orten, an denen man sich besonders wohl gefühlt hat, um sich auf sein Inneres zu konzentrieren, etwa Gedanken an eine Insel im Ozean oder einen Spaziergang im Sommer. 

Wie reagiert der Körper ?

Die Atmung wird ruhiger und der Herzschlag langsamer. Auch der Blutdruck sinkt leicht. Insgesamt wird der Stoffwechsel etwas herabgesetzt. Unter Hypnose ist sogar eine veränderte Hormonausschüttung messbar: vor allem die Stresshormone sind reduziert. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass das Immunsystem durch Hypnose gestärkt wird, die für die Abwehr wichtigen Lymphozyten nehmen zu. Auch das Blutbild verändert sich durch diese Tiefenentspannung: Die roten Blutkörperchen und die Blutplättchen werden mehr. Anscheinend werden durch diese Phase der Ruhe im Körper die Widerstandskräfte angeregt.

Doch warum Hypnose so viel bewirken kann, wissen die Forscher noch nicht. Die Hypnose scheint die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu wecken. Eine Hypothese - Während der Sitzungen wird der Organismus an seinen normalen, gesunden Zustand erinnert. Und damit beginnt der Prozess zur Gesundung. 

Was geschieht im Gehirn ?

Auch wenn es so aussehen mag, Hypnotisierte schlafen keineswegs: Ihr Elektroenzephalogramm (EEG) zeigt ein Hirnwellenmuster, das sich hauptsächlich durch so genannte Alpha-Wellen auszeichnet und so dem normalen Wachzustand eines entspannten Menschen gleicht.

Während der Hypnose dominiert die rechte Hirnhälfte die unter anderem für Kreativität und Gefühle zuständig ist. Die Aktivität in der linken Hirnhälfte nimmt ab; dieser Hirnhälfte werden vor allem logische Aufgaben zugeschrieben. Das Rationale rückt in den Hintergrund. Doch es müssen noch viel mehr Vorgänge im Gehirn durch die Trance verändert werden.

Denn unter Hypnose ist die gesamte Wahrnehmung verändert: Arme und Beine können sich leichter oder schwerer anfühlen. Oder Schmerzen werden abgeschwächt oder überhaupt nicht wahrgenommen, so dass sogar Operationen wie Kaiserschnitte, Mandeloperationen oder Zahnbehandlungen unter Hypnose durchgeführt werden können und
auch schon durchgeführt werden.

Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts Betäubungsmittel aufkamen, war die Hypnose bei Zahnbehandlungen eine gängige Methode zur Schmerzunter- drückung. 

Wer kann hypnotisiert werden ?

Grundsätzlich kann fast jeder hypnotisiert werden – nur 10 % der Menschen sollen gar nicht oder nur schwer hypnotisierbar sein. Dabei hängt die Hypnotisierbarkeit vor allem von der Fähigkeit ab, sich zu konzentrieren.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Menschen mit einem schwachen Willen besonders leicht und willensstarke Naturen besonders schwer zu hypnotisieren seien. Häufig sind kreative Menschen mit einer ausgeprägten Vorstellungskraft besonders gut in den Trancezustand zu bringen.

Wer Schwierigkeiten hat sich längere Zeit zu konzentrieren, oder innere Bilder aufzubauen ist nur schwer hypnotisierbar. Männer und Frauen sind gleich gut hypnotisierbar. Kinder, scheinen unter Anleitung geradezu „spielend in Trance zu versinken“.

Der hypnotische Zustand

Die Hypnose erlebt jeder verschieden und unterschiedlich. Wie bereits erwähnt, kommt die Hypnose häufig beim Zahnarzt zum Einsatz. Dabei dient die Hypnose vor allem zur Bewältigung von Ängsten. Auch Patienten, die gegen Narkosemittel allergisch sind, können mit Hypnose schmerzfrei Zähne plombiert oder sogar gezogen bekommen.

Auch gegen Süchte, wie Rauchen oder gesteigertem Alkoholkonsum wird Hypnose mit Erfolg eingesetzt. Doch der Erfolg hängt natürlich nicht allein von der Fähigkeit des Hypnotiseurs ab. In solchen Fällen ist der starke Wille des Patienten durchaus mitentscheidend.

Eine weitere Anwendung der Hypnose ist die Bewältigung von Ängsten oder traumatischen Erlebnissen. Da das Erinnerungsvermögen unter Hypnose deutlich stärker ist als im Wachzustand, bietet sich die Hypnose als Hilfe an, wenn lang zurück liegende oder verdrängte Erlebnisse nicht bewältigt werden können.

Vorurteile gegen Hypnose
 
Massenhypnose und unseriöse Shows schaden seit jeher dem Ruf der angewandten Hypnose. Doch Hypnose hat nichts mit „willenloser Hingabe“ zu tun. Man kann durch Hypnose nicht zu kriminellen oder unmoralischen Handlungen gezwungen werden, die man bei vollem Bewusstsein nicht auch begangen hätte.
 
Auch die Angst in einer Hypnose „hängen zu bleiben“ ist unbegründet: In wissenschaftlichen Studien haben Forscher heraus gefunden, dass die Patienten immer aus der Trance erwachten. Selbst dann, wenn der Hypnotiseur das Zimmer einfach verlassen hatte.




HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Bin ich in Hypnose bewusstlos ?
 
Eindeutig nein, in Hypnose verlieren Sie unter keinerlei Umständen das Bewusstsein. Auch ist das Gefühl der Trance keinesfalls mit dem einer Ohnmacht vergleichbar. Je nach Trancetiefe ist es sogar möglich, dass Sie jedes Wort mitbekommen und sich vollkommen präsent fühlen.

Wie wacht man wieder auf ?
 
Während der Trance wird der Hypnotisant (die Person, die sich in Hypnose befindet) durch Suggestionen des Hypnotiseurs geleitet und befolgt diese. Am Ende einer Hypnosesitzung wird der Hypnotisant durch ebensolche Suggestionen langsam und sanft wieder ins volle Wachbewusstsein zurückgeleitet. Die körperlichen Funktionen normalisieren sich, die Person erwacht.

Kann es passieren, dass ich aus einer Trance nicht mehr aufwache ?

Eindeutig nein, das kann nicht passieren. Auch wenn der Hypnotiseur den Hypnotisanten nicht mehr aufwecken würde, würde die Hypnose in einen einfachen Schlaf übergehen aus dem der Hypnostisant wieder aufwacht wenn er ausgeschlafen hat. Es verbleiben auch keine weiteren Nebenwirkungen. In Ausnahmen hält sich für ein paar wenige Stunden ein leichter Kopfschmerz, der aber in der Regel von alleine wieder vergeht.

Ist jeder Mensch hypnotisierbar ?

Die sehr große Mehrheit der Menschen ist hypnotisierbar, jedoch sind die Tiefe der erreichten Trance sowie die Schnelligkeit, in der sie erreicht wird, von Mensch zu Mensch verschieden. Sehr suggestible Menschen können nach wenigen Minuten in eine tiefe Trance fallen, während weniger suggestible Menschen dafür manchmal mehrere Anläufe benötigen.

Nicht hypnotisiert werden können und sollten z. B. alte Menschen, wenn sie sich nicht mehr konzentrieren können, geistig behinderte Menschen sowie Personen, die Drogen jeglicher Art (auch Alkohol) konsumiert haben.
Leicht hypnotisierbar, also besonders suggestibel zu sein, bedeutet keinesfalls Willens- oder Charakterschwäche. Im Gegenteil: Diese Eigenschaft ist geradezu als ein Talent zu bezeichnen und geht mit einem lebhaften Vorstellungsvermögen, Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit einher.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Suggestibilität eines Menschen natürlichen Schwankungen wie denen der jeweiligen Tagesform unterworfen sind. Ausserdem funktioniert die Hypnose-Einleitung ("Induktion") zunehmend besser, je häufiger man bereits hypnotisiert wurde.

Was passiert während einer Trance ?

Das Wachbewusstsein wird zunehmend eingeengt, so dass die Person nur noch auf die Stimme des Hypnotiseurs fokussiert ist. Das nunmehr direkt ansprechbare Unterbewusstsein steht während der Trance im Dialog mit dem Hypnotiseur, d.h. der Hypnotisierte kann nach wie vor sprechen und antwortet absolut authentisch.

Wie fühlt man sich in der Trance und wie danach ?

Man ist absolut entspannt und gelöst, fühlt sich angenehm passiv und geborgen. Nach dem Aufwachen fühlt man sich zutiefst erholt und ausgeruht.

Ist die Trance als solche wahrnehmbar ?
 
Während man sich in Trance befindet, ist man sich dieser Tatsache nur dann bewusst, wenn bestimmte Suggestionen gegeben werden (z.B. "Ihr Körper wird bleischwer" und man spürt, wie er es tatsächlich wird). An sich ist das Gefühl der Trance aber gar nicht so "andersartig", wie viele erwarten. Der Zustand als solcher ist also völlig neutral.

Wie kann ich mir den Ablauf einer Hypnosesitzung vorstellen ?
 
Die erste Sitzung dient vor allem drei Zielsetzungen: Dem Kennenlernen und Vertrauensaufbau zwischen Hypnotiseur und Hypnotisant, der Formulierung Ihres Sitzungsresultats und dem ersten tatsächlichen Erleben der Methode. Wir besprechen also zunächst die Problemstellung mit ihrer Vorgeschichte und führen dann eine erste Trance-Einleitung durch, so dass Sie mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit bereits nach dieser Sitzung feststellen werden, dass Sie Erfolge erzielen.

Die Einleitung der Trance kann durch verschiedenen Methoden geschehen erfolgt meistens durch Suggestionen, die durch harmonische Musik unterstützt werden. Anschliessend wird die Trance vertieft. Dann erfolgt die eigentliche Veränderungsarbeit durch hypnotische Suggestion und blockadelösende energetische Verfahren.

Während der gesamten Dauer der Hypnose besteht ein Dialog zwischen Hypnotiseur und Hypnotisant. Nach dem sanften Aufwecken werden die Empfindungen und Erlebnisse während der Trance besprochen, um Induktion, Vertiefung und Suggestionen bei eventuellen Folgesitzungen noch individueller gestalten zu können.

Was kann ich selbst für den Erfolg einer Sitzung tun ?
 
Veränderungen unter Hypnose zu bewirken bedeutet, Teamarbeit zu leisten.
Nur wenn Sie bereit sind, sich auf die Methode einzulassen, werden wir Erfolge erzielen. Für den Verlauf einer Sitzung ist es von grossem Vorteil, wenn Sie bereits vorher so präzise wie möglich für sich selbst formulieren, wie genau Ihr persönliches Ziel in Bezug auf das zu bearbeitende Thema aussieht. Machen Sie sich ruhig ein paar Notizen zu diesen Zielen sowie eventuell noch offenen Fragen, bevor Sie zum Erstgespräch kommen. Ein Beispiel: Sie möchten durch Hypnose Ihr Körpergewicht reduzieren. Anstelle der Einstellung "Irgendwie bin ich zu dick, machen Sie da mal was" wäre es hier sinnvoll, sich z.B. zu formulieren "Ich möchte durch die Hypnose 6 kg abnehmen und meine Ernährung dauerhaft umstellen".

Wie lange "hält" das Ergebnis der Hypnose an, und können
die alten Muster zurückkehren ?

 
Das ist je nach Thema und von Mensch zu Mensch verschieden. Eine posthypnotische Suggestion kann über Jahre hinweg ohne Auffrischung in ihrer Wirkung bestehen bleiben. Manche Ve
rhaltensmuster wie das Rauchen oder eine bestimmte Ernährungsweise werden durch wiederholte Sitzungen in ihrer Veränderung gefestigt, manche Suggestion bedarf auch nur einer Auffrischung nach längerer Zeit. Erfahrungsgemäß lassen sich beispielsweise Phobien sehr schnell und für immer beseitigen.

Kann ich mich nach einer Hypnose-Sitzung an alles erinnern ?
 
Bei einer „normalen“ mittleren Trancetiefe, von der auszugehen ist, kann man sich an alles erinnern. Nur in wenigen Situationen bei denen eine tiefere Trance für die Anwendung notwendig ist und der Hypnotisant auch in eine solche zu führen ist, kann es zu einer Amnesie kommen, d. h. man erinnert sich nicht oder nur lückenhaft an das Gesagte. Wenn es dem Hypnotiseur als wichtig erscheint, so kann er die Erinnerungen suggestiv vollständig erhalten oder sie nach Absprache auch nicht verfügbar machen.

Ist Hypnose gefährlich ?
 
Hypnose ist wie vieles ein machtvolles Werkzeug, das – in falsche Hände gelangt – wie jedes machtvolle Werkzeug theoretisch missbraucht werden könnte. Damit eine Hypnosesitzung aber überhaupt funktioniert, muss ein Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Klient bestehen, der so genannte Rapport. Würde dieser Rapport verloren gehen, z. B. durch eine der Moral des Klienten gegenläufige Suggestion, würde der Klient sofort "erwachen" und eine solche Suggestion wäre unmöglich. Es ist also von entscheidender Bedeutung, dass sie sich an einen kompetenten, erfahrenen Hypnotiseur wenden. In diesem Fall ist Hypnose absolut ungefährlich.

Muss ich während der Hypnose die Augen geschlossen halten ?
 
Das Schliessen der Augen ist für die Einleitung einer Trance nicht zwingend notwendig – viele Formen der Hypnose (auch solche, die Sie selbst schon erlebt haben, wie z.B. die "Autobahn-Hypnose") sind auch mit offenen Augen möglich. Während einer Sitzung ist das Schliessen der Augen jedoch sinnvoll, weil es die angenehmste und tiefste Entspannung ermöglicht.




GESCHICHTE DER HYPNOSE - KURZBESCHREIBUNG

Hypnose ist so alt wie die Menschheit und eine der ältesten Techniken zur Behandlung von körperlichen und seelischen Beschwerden. Die Nutzung von Hypnose blickt inzwischen auf eine Tradition zurück, die sich bis ins vierte Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen lässt.

Besonders ausgebildete sumerische Priesterärzte verstanden es z.B. Kranke durch hypnotische Suggestionen zu heilen.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. versetzten sich hinduistische Fakire und Yogis in Trance, um ihr Bewusstsein zu erweitern.

Als ältester schriftlicher Beleg gilt das dreitausend Jahre alte Papyrus Eber, in dem ägyptische Heiler hypnotische Methoden beschrieben haben. Die ägyptischen Priester waren damals die Ärzte des Volkes. Sie heilten damals schon durch Handauflegen verbunden mit entsprechenden Suggestionen.

Wie die Ägypter praktizierten auch die Griechen den hypnotischen ‚Tempelschlaf ' als Heilritual.

Christliche Mönche übernahmen das Erbe der Tempelpriester und versuchten im Mittelalter auf ähnliche Weise krankmachende ‚Dämonen' auszutreiben. In der Antike bis zum Mittelalter wurde die heilende Wirkung von Hypnose häufig einer übermenschlichen Kraft zugeschrieben. Hypnose erschien mystisch und spirituell.

Aus dem 11. Jahrhundert ist die erste Überlieferung der Selbsthypnose bekannt. Ordensbrüder führten eine Art Trance und Selbsthypnose dadurch herbei, indem sie den Blick auf den eigenen Nabel richteten. Man nannte sie Omphalopsychiker oder Nabelschauer.

Paracelsus,
Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541) lehrte, dass der Ursprung und das auslösende Moment aller Heilungen der „innere Arzt“ sei. Mönche in Kärnten, so berichtete er, heilten dadurch, dass sie Kranke zuerst in glänzende Kristallkugeln blicken liessen. Dadurch sanken sie in tiefen Schlaf. In diesem entspannenden und tiefen Schlaf gaben die Mönche Suggestionen zur Heilung und Genesung, die dann auch meist eintrafen.

In den Zeiten der Inquisition geriet jeder in Gefahr ein Teufelbeschwörer zu sein und verbrannt zu werden, der es verstand diese Heilkünste auszuüben. So geriet diese Art des Heilens in Vergessenheit.

Im 17. Jahrhundert wurde der Arzt Franz Anton Mesmer dadurch bekannt das er mit seinem "Animalischen Magnetismus" vermeintlichen Magnetismus zur Heilung einsetzte. In spektakulärem Umfang ausgeweitet wurde seine Methode Gegenstand von Untersuchungen. Eine Kommission erklärte sein Verfahren für wertlos, da die erzielten Heilungen lediglich das Resultat der menschlichen Vorstellungskraft seien.

Den Anstoss zur heutigen Suggestionslehre gab der portugiesische Abbé Faria (1755-1819). Er hatte in Indien hypnotische Erscheinungen studiert und war zu der Überzeugung gekommen, dass kein anderes Fluidum seitens des Hypnotiseurs von Nöten wäre, allein die Suggestion würde die entscheidende Wirkung auslösen.

Der englische Chirurg James Braid erfand 1843 den Begriff ‚Hypnose', abgeleitet vom griechischen Gott des Schlafes „Hypnos“, da er den Zustand lange Zeit für einen künstlich hervorgerufenen Schlaf hielt.

Bis zur Erfindung von Äther, Lachgas und Chloroform benutzten viele Chirurgen des 19. Jahrhunderts die hypnotische Trance, um ihre Patienten schmerzfrei zu operieren.

Als Weg, zu den unbewussten Wünschen seiner Patienten vorzudringen entdeckte der Wiener Psychoanalytiker Sigmund Freud um die Jahrhundertwende die Hypnose. Doch nach einigen Experimenten kam er zu der Überzeugung, dass dieses Verfahren zu passiv und autoritär sei und hypnotisierte nicht mehr.

In Deutschland entwickelte Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970) das Autogene Training (1932), das als eine formelhafte Methode der Selbsthypnose bezeichnet werden kann.

Ca. 1950 nahm die Bedeutung der Hypnose im klinischen Bereich der englischsprachigen Länder wieder zu.

Erst in den siebziger Jahren leitete der amerikanische Psychiater Milton Erickson die Renaissance der Hypnose ein. 1967 hatte er sich mit Kinderlähmung infiziert und konnte sich seitdem nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Hypnotische Trance half ihm, seine starken Schmerzen zu bekämpfen.

Bei seinen Klienten benutze er sehr häufig Metaphern die es ermöglichten, indirekt über das Thema und über Lösungswege zu reden. Oft schaffte er, allein durch das Erzählen von Geschichten, dass seine Klienten in Trance gingen, und die gewünschten Veränderungen und Heilungen erschienen dann wie Wunder.

Er entwickelte eine neue antiautoritäre Hypnose-Form, bei der vom Therapeuten keine unausweichlichen Anweisungen oder Befehle erteilt werden, sondern eine individuelle Beziehung zum Patienten aufgebaut wird.

Für Erickson und seine Nachfolger ist es wichtig, dass der Patient selbst in tiefster Hypnose noch das Gefühl der Selbstbestimmung hat.

Richard Bandler und John Grinder modellierten ihn in den 70er Jahren und machten so seine Arbeit einem noch breiteren Publikum verfügbar.

Heute sind durch die Kombination verschiedener Therapieschulen mit verschiedenen Ansätzen der Hypnose eigenständige Hypnosetherapien entstanden.

Seit den Anfängen hat sich in der Hypnosetherapie viel getan, sie entwickelt sich stetig weiter und hält mehr und mehr Einzug in die praktizierten Heilverfahren.

© 2005-2017
HYPNOSEPRAXIS
Frank Breburda

 

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